Von einem Hauch Normalität und dem Glück der kleinen Dinge…

Gugelhupf_Hochzeit_
Foto @Liebeslinse

Der Duft von frischem Gebäck zieht von meiner Backstube durchs Treppenhaus hoch ins ganze Haus. Dieser vertraute Geruch, der in den letzten Monaten, nur sehr selten unser Haus erfüllt hat, er bedeutet so viel mehr, als das jeder Besucher beim Reinkommen schon sagt: “Oh hier riecht es aber lecker!”

Für mich bedeutet er ein Stück Normalität.

In der Backstube zu stehen, nach all diesen ungewissen Monaten mit mehr Tiefen als Höhen, ist wie ein kleines bisschen mein altes Leben zurück zu gewinnen.

Wieder zu arbeiten, fühlt sich vertraut und dennoch irgendwie fremd an. Die coronabedingte Zwangspause von mehr oder weniger 5 Monaten, nur unterbrochen von einigen wenigen kleinen Aufträgen, war die längste arbeitsfreie tortenfreie Zeit, seit dem ich suess-und–salzig vor 15 Jahren gegründet habe.

Jetzt im August kann ich mich ganz langsam wieder warm laufen, im September und Oktober werde ich dann mit einem halben Jahr Verspätung in die Hochsaison starten. Tschakkkka, dieser Herbst wir der Knaller!

Darauf freue ich mich sehr, viele meiner Brautpaare begleite ich nun schon seit 1 1/2 Jahren und natürlich haben wir gemeinsam gebangt , ob die Hochzeiten wie geplant stattfinden können. Stand jetzt gibt es grünes Licht für alle, was wirklich mal fabelhafte Nachrichten sind.

Ich merke wie sehr mich die letzten Wochen geprägt haben. Geht es euch auch so? In Filmen zucke ich regelrecht zusammen, wenn sich mehrere Menschen in den Armen liegen, und sofort kommt mir der Gedanke, Hallo was ist mit dem Sicherheitsabstand und wo ist eigentlich eure Schutzmaske…

Diese Zeit, sie hat mich ängstlicher und dünnhäutig gemacht, noch immer sind meine Gefühle ambivalent, schlechte Nachrichten stürzen mich erneut schnell in großen Weltschmerz. Diese Sorgen, um unsere Existenz und die Gesundheit der Liebsten, sie haben tiefe Spuren hinterlassen. Dazu kommt das Wissen darum, wie fragil die Lage insgesamt noch immer ist.

Schon krass wie sehr ich mein Leben gerade in “vor” und “nach” Corona einteile. Ich übe mich in einer neuen Form der “Gelassenheit” und Priorisierung von Dingen, die es wert sind sich darüber aufzuregen oder besser eben nicht.

Die Welt scheint mir irgendwie kleiner geworden zu sein, jetzt wo wir viel mehr Zeit zu Hause verbringen und (Fern-)Reisen erstmal kein Thema mehr sind. So sehr mich mein Fernweh auch manchmal plagt, so sehr wertschätze ich, die doch im Vergleich zu vielen anderen Ländern, recht entspannte Situation in Deutschland. In der zwar nicht alles, aber jedoch verdammt viel möglich ist.

Der erste Besuch im Freibad war auf jeden Fall ein Highlight in diesen Zeiten! Das es jetzt wieder möglich ist regelmäßige Schwimmrunden einzulegen, erfüllt mich mit einer neuen Form der Dankbarkeit.

Picknicken, grillen, Rad fahren und Freunde treffen, das Glück der kleinen Dinge, noch mehr genießen und zelebrieren, vielleicht mein größtes Learning aus der Coronakrise.

Kommt gesund und glücklich durch den Sommer!

#loveisssweet

Heike

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