Schiff Ahoi auf der Havel!

Ein heißer Tag im August 2020. Die Sonne geht langsam unter, Ronja und ich sitzen seitlich am Boot und lassen unsere Füße im warmen Wasser der Havel baumeln. Die Männer der Familie fachsimpeln über das Angeln. Der Fang eines jeden noch so kleinen Baby-Fisches wird frenetisch gefeiert.

Die Feuerstelle qualmt, die Mücken ignorieren den Rauch und stürzen sich mit Appetit auf uns.

Es gibt so Momente die behält man für immer im Herzen!

Der Abend ist perfekt, die ganze Welt wankt in der Coronapademie. Für eine kurze Zeit sind wir 5 in einer Blase, ein Marmeladenglas Moment mitten in der wohl größten weltweiten Krise, die jeder von uns bisher erlebt hat….

Es gibt sie ja, die Menschen, die 20 Jahre an den gleichen Ort fahren, um dort ihren Urlaub zu verbringen. Unter uns mir kam dieses Verhalten immer etwas suspekt, um ehrlich zu sein regelrecht spießig vor… Gibt es doch 1000 schöne Orte auf dieser Welt, die es zu entdecken gilt.

Was soll ich sagen, ich gebe es ja nur ungern zu, nun habe ich habe diesen einen Ort gefunden an den es mich immer wieder hinzieht, und wo ich schon am letzten Reisetag so voller Sehnsucht bin, unbedingt wiederzukommen.

Wo liegt dieser Ort?

Es ist die Havel, genauer gesagt der Teil zwischen Plaue und Havelberg, wo die Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt verläuft.

Mein Sehnsuchtsort ein Hausboot auf einem Holzfloss, ein Bunbo, der für mich weltgemütlichste Ort, wenn man Campingflair liebt (und altersbedingt den Komfort einer Matratze und einer Toilette an Bord dem Zelten vorzieht).

Schon im letzten Jahr verbrachten mein Mann und ich eine Woche auf der Havel. Wir, die immer viel gereist sind und durchaus die Annehmlichkeiten eines tollen Hotels oder eines lässig designten Airbnbs zu schätzen wissen, haben unser Herz an ein Hausboot verloren.

Als wir im letzten Herbst erneut eine Woche Bunbo buchten, konnte noch niemand ahnen, dass so ein isolierter Hausbooturlaub geradezu perfekt in das Coronajahr 2020 passt.

Einer der ganz wenigen positiven Dinge, die uns Corona beschert hat, dass unsere drei erwachsenen Kinder (vielleicht auch aus Ermangelung von Alternativen;-)), drei Tage mit an Bord gingen…

So kam es also, dass unsere bunte Truppe an einem sonnigen Augusttag ein neonpinkes Bunbo (sorry Kinder, die Farbe des Boots konnte man sich nicht aussuchen, großes Ehrenwort) bezogen hat.

Heimlich Beobachter vermuteten vielleicht, dass wir irgendwo ein Eventcatering beliefern wollten, als wir mit diversen Kisten auf das Hausboot eingezogen sind…

Wir 5 sind sehr, sehr unterschiedlich, aber wenn es eine Sache gibt in der sich alle einig sind, dann das gutes Essen und Trinken ganz unbedingt zu einem tollen Urlaub dazugehören…  

Ansonsten was soll ich sagen. Die Natur, die Ruhe auf der Havel, der Blick auf den Fluss und die komplette Entschleunigung, sie haben uns in diesem Jahr doppelt gut getan.

Deswegen schreibe ich diesen Artikel, natürlich für euch, aber auch für mich, um mich an dieser schönen Erinnerung zu erfreuen, und bei Bedarf ein bisschen in den Bilder zu versinken…

Bleibt gesund!

Heike

Fotografie Ronja Krohz

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