Die Kirschen aus Nachbars Garten…

Vor einigen Tagen klingte es an unserer Haustür, dort stand unser Nachbar von gegenüber, ein sehr netter älterer Herr. In der Hand ein Eimerchen mit frisch gepflückten Kirschen aus seinem Garten…für unsere Kinder zum Naschen.

Ein Blick auf die Kirschen, pling, machte mein sentimentales Gemüt und wie im Zeitraffer spulten sich   X Erinnerungen an Kirschen, Sommer und Kindheit in meinem Kopf ab…

Eine Handvoll Sommer= Kirschen
Eine Handvoll Sommer= Kirschen

O.k. jeder der mich etwas besser kennt, Sentimentalität, könnte auch mein 2.Vorname sein;-).

Doch wirklich, es gibt wenige Dinge, die ich so sehr mit meiner Kindheit verbinde wie sonnenwarme, dunkelrote Kirschen direkt vom Baum.

Komisch, geht es euch auch so…?

In meiner Erinnerung waren die Sommer früher immer unendlich, das Wetter immer sonnig und heiß, höchstens unterbrochen durch ein kurzes kräftiges Wärmegewitter. Nach dem wir sofort wieder raus liefen, und auf der vor Hitze und Feuchtigkeit dampfenden Straße, barfuss in den Pützen rumsprungen sind.

Die Tage verbrachten wir im Freibad, stundenlang wohliges Nichtstuen, nicht ahnend welcher Luxus  uns damit beschert war. Abends trafen sich alle Kinder der Straße (und gefühlt das halbe Dorf) im Garten meines Opa Hanni. Dort wuchs der größte Kirschbaum weit und breit. Seine Früchte waren dicke, saftige, tiefrote und zuckersüße Kirschen. Wir turnten auf der Leiter rum, reckten und streckten uns nach den reifsten Früchten,die Hände und Münder blau vom Kirschsaft.

Klaro haben wir auch weitpucken gemacht mit den Kernen… und verstecken gespielt bis es dunkel wurde. Nachts haben wir im Garten gezeltet, Glühwürmchen flogen um uns herum und mit der Taschenlampe geisterten wir durch den nächtlichen Garten…

Und morgens zum Frühstück…gabs ein paar Kirschen vom Baum:-))

 

v baum

Zufällig habe ich eben noch dieses wirklich fröhliche Kirschengedicht gefunden:

Der Kirschenbaum 

Heut hatt’ ich einen Kindertraum. 
Sein Inhalt war: ein Kirschenbaum, 
Sonst nichts. Der war so kirschenschwer, 
Man sah von seinem Grün nichts mehr. 

Der rote Baum stand ganz allein 
Und strahlte nur von Sonnenschein. 
Die Kirschen waren wie aus Glas, 
Was für ein heller Glanz war das! 

Wie ich so in die Kirschen guck’, 
Aus jeder Kirsche, wie ein Spuk, 
In kirschen-, kirschenrotem Licht 
Lacht mir entgegen mein Gesicht. 

Zehntausend Kirschen sicherlich, 
Nicht übertrieben, zählte ich; 
Nun stellt euch vor, zehntausendmal 
Lacht’ ich mich an im Sonnenstrahl! 

Da ich schon lange aufgewacht, 
Hab’ ich noch vor mich hingelacht 
Und lag und lag noch halb im Traum 
Und lachte in den Kirschenbaum. 

Hugo Salus 

 

In diesem Sinne, genießt den Sommer,

und wenn ihr Lust habt, freue ich mich über eure Kirschengeschichten

Sommergrüße

von Heike

Schreibe einen Kommentar